Foto: Eveline Perroud, La Chaux-de-Fonds

Vita

Ich lebe und arbeite in La Chaux-de-Fonds im Neuenburger-Jura.
Mit Heimatort im Wallis, wurde ich 1945 am Jura-Südfuss in Biel-Bienne geboren.
Nach den Schuljahren ein Jahr Sprachaufenthalt in Lausanne.
Folgen eine kaufmännische Berufsausbildung und mehrere Jahre im Tessin, kurz auch in Italien.
Anfangs 70-iger Jahre zurück nach Biel-Bienne.
Einstieg in die Malerei und ab Herbst 1989 zwei Jahre im Malatelier von Hansjörg Aenis in Basel, was zu einem Umzug in diese schöne Region mit der tollen Stadt führte.
Ab 1993 regelmässig Ausstellungen.
2001 beginne ich mit meinen Glas-Arbeiten.
November 2004 Frühpensionierung und Umzug nach La Chaux-de-Fonds, meine Wahlheimat, wo sich ab 2008 mein kreatives Spektrum um die Arbeit auf der Kupferplatte (Gravüre) erweitert.
Meine Kenntnisse der verschiedensten Materialien stimulieren meine Freude an Experimenten und führen ab 2016 zur Kreation von Objektbildern auf Metallplatten (Messing oder Kupfer).
Aktivmitglied Visarte.

Vergeistigte Formen

Die Farbe ist der Engel des Lichts, sagten frühe orientalische Philosophen, und die Form, sagen wir, ist der Engel des Geistes, der sich verkörpern will. Christine Supersaxo wählt die fundamentalsten Formen – Quadern und Rechtecke, Kreise und Ellipsen –, weist ihnen Farbe zu und ordnet sie geschickt im Raum an. In ihren Gemälden begegnen sich Innen und Außen, Himmel und Erde, Chockma (Geist) und Binah (Form). Binah, die Große Mutter der jüdischen Kabbala, regiert den «Pfeiler der Strenge». Auch Christines Bilder sind streng und haben Kraft, da sie in starken, ursprünglichen Farben gemalt sind. Sie stehen außerhalb der Zeit und der Sprache. Oft hat die Künstlerin Zwillingsbilder gemalt – zwei mit schwarzen großen Kreisen hingen in einem alten Haus in St. Gallen und blicken sich nun in einer großen Dachwohnung bei Zürich an, und gerade die Unschärfe ihrer Ränder lässt sie pulsieren. Zwei hohe Bilder mit tiefblauen Rechtecken, flankiert von schwarzen Flächen, zieren ein Apartment im deutschen Markgräflerland, und da ist es die Textur des Blaus – wie Adern auf Haut –, die besticht sowie die Anordnung der Partnerflächen. Die «Zwillinge» führen einen Dialog über Ähnlichkeit und Verschiedenheit sowie Anfang und Ende, die sich berühren; es gibt keine Zeit. Christines Gemälde sind oft die Seelen ihrer Räume. Die Bilder haben eine stille Präsenz wie Engel: unaufdringlich, bereit und beredt, wenn man sich ihnen zuwendet.

– Manfred Poser